
In Deutschland wurde von unbekannten Tätern die Webseite der Deutschen Kinderhilfe e.V. verändert, um auf die drohende Internet-Zensur aufmerksam zu machen. Die Deutsche Kinderhilfe startete die Aktion „Stop! – Meine Stimme gegen Kinder“pornographie“ im Internet“ und sammelte beispielsweise beim deutschen Bundesligaspiel Arminia Bielefeld gegen Hoffenheim Unterschriften.
Diese Kampagne steht im Gegensatz zur überaus erfolgreichen Petition gegen Netzsperren, die innerhalb von vier Tagen die erforderlichen 50.000 Unterschriften zur zwingenden Anhörung vor der Bundesregierung erreichte.
Die Veränderungen auf www.kinderhilfe.de könnten nun den Erfolg der Internet-Petition beträchtlich schmälern. Illegale Einbrüche und Manipulationen von Webseiten stellen die Internet-Benutzer wieder in jenes Licht, in dem sie von manchen Politikern schon immer gesehen wurden: Kriminelle Hacker, Raubkopierer und so weiter. Unrecht mit Unrecht vergelten war schon immer ein Werk der Dummen.
Natürlich war der Schachzug der deutschen Ministerin Ursula von der Leyen geschickt geplant. Unter dem Deckmantel der Bekämpfung von Kinderpornografie wurden Internet-Sperren installiert. Wer gegen diese Art von Internet-Zensur ist, gilt, so das Ziel des politischen Vorgehens, als Befürworter der Verbrechen an Kindern. Doch die Internet-User wehrten sich gegen diese Verknüpfung von falschen Behauptungen und erhielten Unterstützung von vielen Seiten, so auch von Opfern der Kinderpornografie.
Die Enttäuschung von Minister Guttenberg angesichts der vielen Unterschriften bei der Petition gegen Internet-Sperren beförderte das Thema endgültig auf die Titelseiten der deutschen Presse. Gegen Internetzensur zu sein, hieß nun nicht mehr, gleichzeitig ein Krimineller zu sein.
Knackpunkt des bevorstehenden Zensur-Gesetzes ist die mangelnde Überprüfbarkeit der Sperr-Listen, sie werden vom BKA erstellt und können mit demokratischen Mitteln nicht überprüft oder beeinsprucht werden. In anderen EU-Ländern mit Internet-Sperren sind angeblich nur eine kleine Zahl der gesperrten Internet-Adressen tatsächlich Webseiten mit Kinderpornografie.
Die jetzige Störaktion, egal, ob von Hackern oder von den Website-Inhabern selber fabriziert, schüttet nun wieder Wasser auf die Mühlen der Befürworter von Internet-Sperren. Immerhin war die gecrackte Startseite von www.kinderfreunde.de so lange online, um von Google erfasst werden zu können.
- Fefes Blog: Beitrag
- Tagesspiegel: Reine Demagogen
- Stefan Niggemeier: Die Demagogie der deutschen Kinderhilfe
- Handelsblatt: PR-Schlacht um Kinderporno-Sperren
- Spiegel-TV: Mobilmachung gegen Internetzensur (YouTube)
- Politplatschquatsch: Typische Antwort
- Internetsperren auch in Österreich